On Tour ‘24 – auf hoher See für den Meeresschutz
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On Tour ‘24 – auf hoher See für den Meeresschutz

Die Greenpeace-Schiffe „Arctic Sunrise“, „Rainbow Warrior III“ und „Witness“ kreuzen die Weltmeere auf wissenschaftlichen und aktivistischen Expeditionen. In diesem entscheidenden Jahr für die Meere gehen wir an Orte der Zerstörung, sammeln Daten und zeigen bedrohte Naturjuwele.

Im Meeresschutzgebiet von Galápagos gibt es über 30 verschiedene Haiarten. Die mit Abstand größte ist der Walhai und damit auch der größte Fisch der Weltmeere. Man geht davon aus, dass Walhaie seit 60–70 Millionen Jahren auf der Erde existieren und mit den letzten Dinosaurierarten koexistierten. Es gibt sie in allen tropischen und subtropischen Ozeanen, von Tasmanien im Süden bis zur Ostküste Nordamerikas, aber sie scheinen eine besondere Beziehung zu den Galápagos-Inseln zu haben. 

Walhaie ernähren sich von Plankton, Krill und kleinen Fischen, die sie fangen, indem sie große Mengen Wasser filtern, während sie mit ihrem riesigen, weit geöffneten Maul schwimmen. Ihre Populationen gehen leider zurück, und zwar um bis zu 50 Prozent; seit 2016 werden sie von der IUCN als gefährdet eingestuft.

Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ unternahm nun im März 2024 eine sechswöchige Expedition rund um die Galápagos-Inseln, um die Vorteile eines strengen Meeresschutzes für einen der berühmtesten Naturschätze der Welt und seine ikonischen einheimischen Arten zu untersuchen und zu demonstrieren.

Und tatsächlich konnten unsere Kolleg:innen die majestätischen Tiere antreffen. Die hier gesichteten Walhaie gehören zu den größten der Welt und werden regelmäßig über 12 Meter lang. Sie können bis zu 150 Jahre alt werden und beginnen mit der Paarung, wenn sie in ihren Dreißigern sind. Bis zu 99 Prozent aller auf den Galápagos-Inseln identifizierten Walhaie sind erwachsene Weibchen. Da sie oft mit einem aufgeblähten Bauch beobachtet werden, glauben einige Wissenschaftler:innen, dass die Weibchen schwanger sein könnten. Aber bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass sie in dieses Gebiet kommen, um zu gebären. 

Die Wissenschaftler:innen an Bord der Greenpeace-Expedition konnten nun eine Reihe von Ultraschalluntersuchungen an den Haien durchführen. Wir sind uns (noch) nicht ganz sicher, was sie hier tun und sind gespannt auf weitere Ergebnisse dieser Untersuchungen. Aber zumindest sind sie hier sicher. Solange sie in dem Meeresabschnitt bleiben.

Mehr Schutzgebiete wie Galápagos

Das Galápagos-Meeresschutzgebiet ist eines der besten Beispiele für den Schutz der Meere weltweit. Doch außerhalb des Reservats werfen riesige industrielle Fischereiflotten weiterhin ihre Haken und Netze aus und fangen nicht nur ihre Zielfischarten, sondern auch viele andere gefährdete Meerestiere, darunter auch gefährdete Meeresschildkröten und Haie. Einige dieser Flotten legen Tausende von Kilometern zurück, um in diesen Gewässern zu fischen, und verbringen Monate auf See.

Obwohl die direkte Befischung von Walhaien inzwischen in den meisten Ländern verboten ist, sind sie seit den 1990er Jahren nach wie vor ein Ziel der Fischerei und können auch als Beifang gefangen werden – meist im Rahmen illegaler, unregulierter oder nicht gemeldeter Fischerei.

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Starschauspielerin Alba Flores aus der Netflix-Hitserie “Haus des Geldes” an Bord der „Arctic Sunrise“.


Es liegt auf der Hand, dass wir mehr Meeresschutzgebiete in internationalen Gewässern brauchen, in denen diese großartigen Tiere wandern, und zwar sofort. Die Kenntnis der Lebensraumbedürfnisse und der Wanderungswege dieser und anderer gefährdeter wandernder Meerestiere wird uns helfen, den effizientesten Weg zu finden, um bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane zu schützen. Dies ist möglich, wenn die Regierungen auf der ganzen Welt jetzt handeln und den Weltozeanvertrag ratifizieren.

Indem Sie handeln, um Bedrohungen für unseren Planeten zu bekämpfen, die über nationale Grenzen hinausgehen, zeigen Sie, dass globale Bedrohungen globales Handeln erfordern und dass Länder in Einigkeit für das Gemeinwohl zusammenkommen können.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres an die versammelten Vereinten Nationen

Ein Jahrhundertvertrag zum Schutz der Meere

2023 verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs der Welt den ersten globalen Ozeanvertrag und folgten damit dem Aufruf von 5,5 Millionen Menschen aus der ganzen Welt, die sich zusammenschlossen, um Maßnahmen zum Schutz unserer Ozeane zu fordern.

Die Verabschiedung des Vertrags bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit getan ist. Dieses mächtige Instrument, mit dem riesige Meeresschutzgebiete geschaffen werden können, in denen sich das Meeresleben erholen und gedeihen kann, tritt erst in Kraft, wenn mindestens 60 Regierungen den Vertrag unterzeichnet haben. Bislang haben mit Chile, Belize und Palau drei Staaten offiziell den Vertrag ratifiziert, wobei die Seychellen unmittelbar davorstehen. 56 to go!

Die Ozeane sind für jedes Lebewesen auf der Erde lebenswichtig, und die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, nehmen jeden Tag zu. So steht etwa der Tiefseebergbau fast schon in den Startlöchern – eine Industrie, der wir alles entgegensetzen, bevor sie überhaupt Fuß fassen kann. Jeder Augenblick zählt. 

Mit den ikonischen Stimmen der Schauspielerin und Aktivistin Jane Fonda, des Schauspielers Simon Pegg und der Sängerin und Songschreiberin Camila Cabello erzählt ein Kurzfilm von Greenpeace und dem britischen Animationsstudio Rumpus die Geschichte dreier Meeresfreunde, die mit der Realität der Meereszerstörung konfrontiert werden.

Mit dem Vertrag als Kompass hat Greenpeace International den wichtigen Report 30×30: From Global Ocean Treaty to Protection at Sea veröffentlicht, und darin einen klaren politischen Weg zum Schutz von 30 % unserer Ozeane bis zum Jahr 2030 aufgezeigt. 

Next Stops – 3 essentielle Gebiete

Zunächst werden drei vorrangige Gebiete identifiziert, die aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung zu den ersten Meeresschutzgebieten gehören sollen: die Sargassosee im Atlantik, die Emperor Seamounts im Nordwestpazifik und die südliche Tasmansee/Lord Howe Rise zwischen Australien und Neuseeland. 

Und nach unserem Trip zu den Galápagos-Inseln stehen genau diese drei Meeresgebiete auch auf dem weiteren Tourplan unserer Schiffe. Im Mai in der Sargassosee mit ihren einzigartigen Seegraswiesen, im Sommer bei den Emperor Seamounts, einzigartige Seeberge nahe Tiefseebergbau-Testgebieten und bis zum Ende des Jahres in der Tasmanischen See werden wir wissenschaftliche Expeditionen durchführen und weitere Daten von diesen artenreichen, aber gefährdeten Lebensräumen sammeln. 

Dazu werden auch die Ergebnisse unserer Forschungsreise zu den Galápagos-Inseln noch als Report veröffentlicht, um weitere Unterstützung für die Errichtung der Meeresschutzgebiete auf wissenschaftlicher Basis zu schaffen. Vielleicht mit neuen Erkenntnissen zum Verhalten der Walhaie, die unsere Kolleg:innen getroffen haben. So halten wir den Druck auf Entscheidungsträger:innen hoch, so machen wir den Schutz essentieller Meeresökosysteme unumgänglich.  

Life Under Water – Der Greenpeace-Ozean-Podcast

Ergebnisse der Forschungen, Zwischenberichte von unseren Schiffstouren, aber auch vieles weitere Wissenswerte rund um die Ozeane, ihre Bewohner und Fortschritte beim Meeresschutz kannst du übrigens laufend in unserem Podcast Life Under Water verfolgen. Unsere britischen Kolleg:innen haben die Reihe Anfang des Jahres gestartet und erzählen etwa in der siebten Folge faszinierende Geschichten über Oktopusse. Reinhören lohnt sich definitiv! Verfügbar auf Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music.

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Alles Leben auf der Erde stammt aus dem Ozean, und wenn wir ihn und seine außergewöhnlichen Arten nicht schützen können, gefährden wir das gesamte Leben auf der Erde. Gesunde Ozeane mit gesunden Meeresarten sind der Schlüssel zur Zukunft unseres Planeten!